IOCC: Neue Lufthansa Verkehrszentrale in Frankfurt

Im November 2015 eröffnete die Deutsche Lufthansa AG am Standort Frankfurt das Integrated Ops Control Center (IOCC). In dieser neuen Steuerungszentrale arbeiten nun die beiden Bereiche  OCC (Operation Control Center) und HCC (Hub Control Center) unter einem Dach  zusammen.  Das OCC steuert den Flugbetrieb von und nach Frankfurt hinsichtlich Flugzeuge und Crews; das HCC ist für die Passagierströme am größten Hub der Lufthansa in Frankfurt zuständig. Das wird im Schichtbetrieb rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr  betrieben. … 

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Das Beleuchtungskonzept muss den Anforderungen einer Einsatzzentrale, die rund um die Uhr in Betrieb ist, entsprechen. Es muss sowohl ergonomisch sein als auch eine angenehme Atmosphäre schaffen. Zudem muss es den Lufthansa-internen Designrichtlinien entsprechen. Im IOCC, das als Großraumbüro angelegt ist,  soll zwischen den einzelnen Gruppen ein differenziertes Beleuchtungsszenario geschaffen werden.

Insbesondere die Kommunikationsinseln sollen dabei unterstützt werden und rund um die Uhr perfekte Arbeitsbedingungen bieten.

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Möblierung und Deckenstruktur

Das IOCC ist im obersten Stockwerk eines Lufthansa Bürogebäudes am Flughafen Frankfurt angesiedelt. Die Bürofläche weist bei einer Fläche von ca. 2.500 qm eine im Verhältnis zur Größe relativ geringe Raumhöhe von etwa 3,0 m auf.

Die über die gesamte Fläche verteilten Teaminseln fassen Arbeitsbereiche und -gruppen zusammen, die in den unterschiedlichen Betriebszeiten zusammenarbeiten. Um dem Raum eine Zonierung zugeben und die einzelnen Arbeitsbereiche optisch einzufassen, wurde in Zusammenarbeit mit den Architekten eine Deckenstruktur entwickelt, die sich in großen rechteckigen Rahmen an der Decke abbildet. Die Deckenrahmen strukturieren den Raum und fassen die darunter liegen Bereiche ein.

Der Deckenrahmen wird durch einen Deckenkoffer von 20cm Breite und 20cm Höhe gebildet, der ein umlaufendes Lichtdeckenfeld von 60cm Breite begrenzt. Die Lichtdeckenfelder, bestehend aus hinterleuchteten mikroprismatischen Platten, erzeugen einen Oberlichteffekt im Raum, der auch in der Raumtiefe einen Tageslichteindruck erzeugt. Die Lichtdeckenelemente verfügen über eine Farbtemperatursteuerung zwischen 3000 und 6000 Kelvin. Eine Anpassung der Beleuchtungsstärken ist ebenfalls möglich.

Das über das Auge einwirkende Licht hat einen visuellen und biologischen Effekt auf den Menschen. Die Einwirkung von Licht, insbesondere von bläulichem und intensivem Licht, kann somit den circadianen Rhythmus, d.h. die Schlaf-und Wachperioden, künstlich beeinflussen bzw. verschieben. In verschiedenen Studien wurde der Einfluss von dynamischem Kunstlicht auf den Schlaf-Wach-Rhythmus und die daraus resultierenden Vor- oder Nachteile auf Personen in der Schichtarbeit untersucht. Vorteile einer z.B. verschobenen Wachphase sind in etwa eine höhere Aufmerksamkeit, eine geringere Fehlerquote in der nächtlichen Schichtarbeit sowie ein verbesserter Tagschlaf. Da die Phasenlage jedoch individuell ist und andere Lichteinwirkungen (wie z.B. helles Licht auf dem Heimweg nach Schichtende) nicht vollständig kontrollierbar sind, kann eine Umstellung des circadianen Rhythmus nicht allein durch das Kunstlicht realisiert werden.

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Die bewusste Verschiebung des circadianen Rhythmus ist zudem ein starker Eingriff in den Organismus und in die Körperfunktionen des Menschen.

Die Steigerung des Wachheitsgrades durch Licht kann jedoch bei Bedarf – bei Lufthansa in etwa bei größeren Unregelmäßigkeiten im Flugbetrieb wie z.B. bei Streiks –  zur Erhöhung der Aufmerksamkeit und zur Verringerung des Fehlerrisikos genutzt werden. Durch die Bereitstellung von höheren Beleuchtungsstärken und bläulichem Licht kann eine Aktivierung bewirkt und schwierige Tätigkeiten so unterstützt werden.

Anwendung im IOCC

Mit dem eingeplanten Lichtsystem mit Farbtemperatursteuerung könnte also eine Phasenverschiebung des circadianen Rhythmus erreicht werden um u.U. dadurch eine bessere Aufmerksamkeit, Wachheit und einen besseren Tagschlaf zu erhalten.

Da eine bewusst herbeigeführte Phasenverschiebung einen extremem Eingriff in den circadianen Rhythmus des Menschen darstellt, sehen wir eine Verschiebung des circadianen Rhythmus als kritisch an.

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Das System mit der Möglichkeit der Steuerung und Anpassung der Farbtemperatur und Beleuchtungsintensität kann jedoch zudem genutzt werden, um die nachfolgend genannten Effekte zu erreichen und damit positiv auf Wohlbefinden und Aktivität der Mitarbeiter zu wirken.

1.
Das in die Raumtiefe stark abfallende Tageslicht kann in der Raumtiefe durch Kunstlicht in einer an das Tageslicht angepassten Farbtemperatur ergänzt werden. In der gesamten Fläche kann eine höhere Beleuchtungsstärke mit einem höheren Blauanteil erreicht werden. Dieser wirkt aktivierend und wachheitsfördernd. Verschiedene Studien haben außerdem nachgewiesen, dass dies Fehler reduziert. Die Verlängerung der Tageslichtsituation kann gerade in den Winterzeiten die Aufmerksamkeit und Wachheit steigern.

2.
Der durch die Ausformulierung der Lichtdeckenfelder entstandene Oberlichteffekt wird durch eine angepasste Farbtemperatur unterstützt. Die Felder wirken im Raum optisch als „natürliche“ Oberlichter. Das Beleuchtungsniveau sowie die Lichtfarbe werden am Tag automatisch durch einen Außensensor gesteuert und an die Tageslichtsituation angepasst, d.h. mittags bei Sonnenschein herrscht auch innen eine höhere Beleuchtungsstärke und Farbtemperatur. In den Abendstunden bzw. in der Nachtschicht wird das Beleuchtungsniveau und die Farbtemperatur angepasst und heruntergeregelt, sodass die nicht gewünschte Phasenverschiebung des circadianen Rhythmus minimiert wird.

3.
Bei größeren Unregelmäßigkeiten im Flugbetrieb wie in etwa bei Streiks oder Wetterphänomenen kann auch in der Nacht eine temporäre Umstellung der Beleuchtungssituation auf ein höheres Beleuchtungs- und Farbtemperaturniveau erfolgen. Dadurch erreicht man eine höhere Aufmerksamkeit, Merkfähigkeit und die Fehleranfälligkeit sinkt.

4.
Die Kombination der Flächenleuchten und Downlights mit Farbtemperatursteuerung erlaubt die abgestimmte Anpassung der Farbtemperatur über die gesamte Fläche. Das führt zu einem einheitlicheren Allgemeinbild sowie  einem gesamtheitlichen Raumeindruck. Alle Mitarbeiter werden gleichermaßen mit der Farbtemperatursteuerung versorgt.

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Operative Arbeitsplätze

24/7 Betrieb
500 Lux zzgl. individueller Zusatzbeleuchtung am Arbeitsplatz
Farbtemperatursteuerung für Lichtfarbenanpassung am Tag und im Nachtbetrieb

Tag = höhere Farbtemperatur, höheres Beleuchtungsniveau
Nacht = niedrigere Farbtemperatur, niedrigeres Beleuchtungsniveau

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Deckenbeleuchtung mit Deckenaufhellung und Farbtemperatursteuerung

Die Bürofläche wird in der Raumtiefe nicht optimal mit Tageslicht versorgt.

Deckeneinbauleuchten für zusätzliche Grundbeleuchtung mit Farbtemperatursteuerung

In den Metalldeckenfeldern innerhalb der Deckenelemente werden LED Downlights mit Farbtemperatursteuerung zwischen 3000K -6000K angeordnet, um die Lichtdeckenelemente zu ergänzen.

Die Dali-gesteuerten Downlights erlauben eine individuelle Abstimmung der Lichtintensitäten im Deckenfeld.

Die Leuchten können nur innerhalb des Deckenrasters positioniert werden. Somit ist eine 100% gleichmäßige Positionierung der Leuchten im Raum nicht möglich. Die individuelle Ansteuerung erlaubt eine Zuordnung der Leuchten gem. der Lage im Raum, sodass Leuchten die dichter an den Lichtdecken oder am Fensterbereich liegen andere Dimmwerte erhalten als die Leuchten z.B. in der Feldmitte.

Für die individuelle Nutzung werden Arbeitsplatzleuchten am Schreibtisch installiert welche individuell ausgerichtet und eingestellt werden können.

Hintergrundbeleuchtung am Arbeitsplatz

Die Arbeitsplätze werden – wo auch immer möglich – mit einer Hintergrundbeleuchtung ausgestattet, die die Flächen hinter den Bildschirmen indirekt beleuchtet. So kann die Hintergrundleuchtdichte hinter dem Bildschirm individuell eingestellt und  angepasst und Kontraste im Sichtfeld somit minimiert werden..

Verkehrszonenbeleuchtung

In die Brüstungen und die Deckenelemente integriert betonen LED Lichtlinien die Verkehrszonen und grenzen die Arbeitsbereiche und Verkehrsflächen optisch voneinander ab.

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Bauherr DLH Deutsche Lufthansa AG
Projektsteuerer BMP Baumanagement GmbH
Architekten Pielok Marquardt Architekten
Kontrollraumberatung CRC Control Room Consult
Elektrofachplaner TP Elektroplan
HKLS Ingenieurgesellschaft Pfeiffenberger
Brandschutz bBS-Kerstin Görhs
Fotos Thomas Koculak

 

 

 

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